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Wilfried Abels präsentierte und moderierte am 04.06.2017 die letzte Lesung der virtuellen Lesereihe BB E-Book Event 2017 im Second-Life-Portal Brennende Buchstaben. Diese wurde mit dem aws-Autoren Jan Christoph Nerger besetzt. Er bestritt die Lesung mit Auszügen aus seinem Roman Club der Sturmvögel. Die wörtliche Rede der weiblichen und männlichen Protagonisten wurden von Maren Osten und Klaus von Hollen gelesen.

Zuhören kann nur, wer neben einem Internetanschluss auch über ein Headset-Mikro oder einen Lautsprecher verfügt. Des weiteren braucht man die Zugangssoftware der Betreiberfirma LindenLab und ein Zugangskonto zu der Plattform SecondLife, wo man sich einen frei gestaltbaren Avatar (eine computeranimierte Figur) zulegen kann.

Was meint Wilfried Abels?

Wilfried Abels: „Nachdem ich die Technik zu Hause aufgebaut hatte, ging das Bangen etwas los. Bleibt das Internet stabil? Läuft der Voice-Server stabil durch? Wird die Tonqualität bei allen Zuhörern gut sein? Kommen auch ein paar Zuhörer? Verhaspel ich mich beim Reden nicht mit meiner eigenen Zunge? Hoffentlich kommt keiner von den Vortragenden zu spät.

Nachdem Christoph, Maren und Klaus dann aber bei mir mit genügend Reservezeit im Wohnzimmer saßen, war zumindest dieser Punkt schon mal erledigt. Als die Lesung begann und ich erfreut viele eintrudeln sah, entspannte ich mich dann doch halbwegs. Mit Thorsten zusammen hat die Moderation auch richtig Spaß gemacht. Die Lesung schien auch beim Publikum keinen schlechten Eindruck hinterlassen zu haben und die Technik hatte brav durchgehalten, trotzdem war ich aber auch froh, als alles zu Ende war und wir uns anschließend noch ein bisschen ganz offline und vollkommen analog bei Wein und Bier entspannen konnten.“

Was sagen die Vortragenden?

Maren Osten: „Als ich vor dem Mikrofon saß, das ich mir mit Christoph und Klaus teilte, fragte ich mich: Wie würde die Lesung verlaufen, wenn wir gleich Christophs Figuren Leben einhauchen würden? Wilfried wirkte mit seinem Kopfhörer am eigenen Schirm sehr professionell. Gemeinsame Sorgen über Rückkopplungen und Übertragungsverzögerungen erwiesen sich als unbegründet, so blieb nur meine Angst, dass mir die Stimme im entscheidenden Moment versagen könnte. Als es los ging, trugen Christoph und Klaus ihre Parts wunderbar ruhig und souverän vor. Dankbar, erst auf der zweiten Seite mit zwei Einwortsätzen zu beginnen, bekam ich sowohl einen genervten als auch einen melancholischen Frauencharakter gut hin. Einmal zu früh eingesetzt nahm ich Christoph zwei Worte weg, aber auch die beiden patzen mal. Am Ende fragte ich mich, ob Christoph meine Umsetzung gefiel, aber im anschließenden Interview von Thorsten Küper mit Christoph haben wir sehr viel positives Feedback erhalten. Auf jeden Fall hat es mir Spaß gemacht.“

Klaus von Hollen: bemerkt norddeutsch kurz und trocken, dass er etwas angespannt war – wie auf anderen Lesungen auch – und dass er diese Lesung okay fand.

Jan Christoph Nerger: „Zunächst war ich nicht so angetan: eine virtuelle Lesung? Lieber sind mir real sichtbare Zuhörer. Ein Pluspunkt war aber das dadurch reduzierte Lampenfieber. Froh, nicht allein am PC zu sitzen, sondern zu dritt ein Mikro und einen Avatar zu teilen, vor dem Start schwatzen zu können und die Organisation bei Wilfried Abels in guten Händen zu wissen, fühlte ich mich regelrecht geborgen. Während des Lesens staunte ich, wie viel besser Maren und Klaus ihre Charaktere betonten als in der Generalprobe. In meinem Perfektionswahn fragte ich mich immer wieder, ob meine eigene Intonierung angemessen abwechslungsreich war. Ich träume mich nämlich gern mal zum Synchron- oder Hörbuchsprecher. Am Ende freute ich mich über den virtuellen Applaus und darüber, an dieser Lesung teilgenommen zu haben.“

Und was empfanden die Zuhörer?

Thorsten Küper, Betreiber der Brennenden Buchstaben und Organisator des Leseevents, bescheinigte den Vortragenden „nahezu Hörbuchqualität“ (Christoph strahlte) und einen gelungenen Abschluss der Veranstaltung. Sechsundzwanzig Zuhörer hatten mit ihren Avataren im virtuellen Lesesaal Platz genommen. Eine respektable Zahl für den ersten virtuellen Auftritt von awsLiteratur.