Tag: Jan Christoph Nerger (Page 1 of 4)

Verlagsparty bei Alles wird schön

Am 27. September 2026 hatte der kleine Harburger Verlag awsLiteratur zur öffentlichen Feier seines 10-jährigen Bestehens eingeladen. Fünf der bei awsLiteratur verlegten Autor:innen präsentierten Kostproben aus ihren Werken. Im anschließenden Austausch diskutierten Autor:innen, Gäste und Verlagsteam über Schreiben und Publizieren, Lese-Events und vieles mehr.

Foto und Komposition Gisela Baudy

Es ist schon bemerkenswert: Tatsächlich hat der kleine, ehrenamtlich geführte Verlag awsLiteratur,unter dem Dach von „Alles wird schön e. V.“, die ersten zehn Jahre überdauert. Auf den Tag genau. Und das, obwohl Selbstverlage mit Hilfe von BOD, Epubli, Kindle, Tredition und Co. immer weiter auf den Markt drängen – aus gutem Grund: Mittlere und Publikumsverlage verharren einerseits in „verlustängstlicher“ Abwehrhaltung gegenüber debütierenden Autor:innen und zahlen andererseits wenig attraktive Tantiemen.

„Bislang durfte das Verlagsteam 20 Autorinnen und Autoren bei ihren Buchprojekten begleiten“, erfahren die rund 20 Besuchenden von Christoph Nerger, Namensgeber und Mitbegründer des Verlags. „34 Buchtitel aus verschiedenen Genres sind daraus entstanden.“

Einführende Worte durch Jan Christoph Nerger und Publikum (Fotos Gisela Baudy)

Macht im Schnitt gut drei Bücher pro Jahr. Ob Anthologie, Biografie, Fantasy, Lyrik, Kinderbuch, Kurz- und Kriminalgeschichten, Reiseliteratur, Sachbuch oder Science-Fiction: Die Plattform sei und bleibe offen für alle vertretbaren Themen und Texte, insbesondere die von unbekannten Autorinnen und Autoren, so Nerger. Daumen hoch, Leute, für dieses langjährige Engagement!

Jan Christoph Nerger (Fotos Christian und Gisela Baudy)

Nun betritt Jan Christoph Nerger – als Autor der allerersten Stunde – die Lesebühne, setzt die Brille ab, nimmt seinen Debütroman „Club der Sturmvögel“ von 2017 zur Hand und fängt an. Gespannt tauchen wir in frühere Erinnerungen und die Midlife-Crisis seines Protagonisten Alex ein und beobachten die äußerst unelegante Trennung des 40-jährigen Popstars von seiner 25-jährigen Gespielin Silvia. Applaus für Autor und Geschichte.

Gisela Baudy (Fotos Ingeborg Witton)

Enter Gisela und Christian Baudy; zwei bislang hauptsächlich als Lyrikschreibende in Erscheinung getretene Autor:innen. Im Gepäck haben sie ihren gemeinsamen Gedichtband Winter im April – Gedichte und Aphorismen und platzieren eine Mini-Staffelei auf der grünen Samtdecke des Lesetischchens. Im poetischen Duett kreisen ihre deutschen und englischen Aphorismen und Kurzgedichte wie etwa Perspektiven-Wechsel, Fatal injustice, Eisvogel, Weißer Fleck, Frieden und Wider den Krieg um ökologische und gesellschaftliche „Eiszeit“, vielfarbig illustriert von Christians Malerei-Postern. Ach so, deshalb die Staffelei. Herzlicher Applaus für die zweisprachige Präsentation.

Es wird ernster. Christa Reimanns biografisches Erstlingswerk Lauschgesichter – Blitzlichter einer Kindheit in Hamburg 1938 bis 1945 katapultiert uns in die deutsche NS-Vergangenheit zurück. Ergriffene Stille im Publikum. Die Erinnerungen an Judenfeindlichkeit und Bombenhagel, erzählt aus der Perspektive der damaligen Grundschülerin Christa, schweben durch den Raum – schwere Kost verdaulich dargeboten. Auch Christa erhält gebührenden Applaus und geht mit uns allen in die Erfrischungspause.

Christa Reimann (Fotos Christian und Gisela Baudy)

Die zweite Runde der Gedichtdialoge der „Baudys“ aus Winter im April schlägt ein „Neues Kapitel“ auf. Kurze poetische Sequenzen wie Winter im April, Wende, Aufmerken, Change und Da–Sein treten zusammen mit Christians Malereien vor das aufmerksame Publikum und danken für den Applaus.

Und nun bahnt sich etwas ganz anderes seinen Weg in die Zuhörerschaft: der druckfrische, ungeschminkte Erfahrungsbericht Mein Mann, Lilian und ich von Jade Sten. Gelesen von Gisela Baudy, da Jade heute zum allseitigen Bedauern nicht selbst anwesend sein konnte. Wie gehst du als Ehefrau damit um, wenn sich dein Mann plötzlich als femininer Crossdresser outet? Und sein Outfit etwa mit Perücke, Jeansrock, Spitzenunterhöschen, ausgestopftem BH und weiteren allgemein als weiblich erachteten Accessoires erweitert? Verstörung, Ablehnung und beiderseitige Hilflosigkeit sind die Folge, schreibt die Autorin. Gibt es ein Happy End? Das bleibt heute offen – der typische „Cliffhanger“ eben. Der Beifall des geneigten Publikums markiert das Ende der Lesung.

Diskussion und Sektumtrunk (Fotos Christian Baudy)

Jetzt beginnt der gemütliche Teil. Natürlich in der Küche. Sekt schäumt in den Gläsern, „lautes“ Viva con Agua wird nachgefragt, Kronkorken von Limonaden-Getränken landen auf der lachsfarbenen Tischdecke und allerlei Knabberkram findet zwischen lebhaften Fragen, Antworten, Einschätzungen und Beurteilungen seinen Weg von der Hand in den Mund. Gegen 19 Uhr – wie schnell doch der Sonntagnachmittag vergangen ist – verlässt der letzte Gast die Party.

Text: Moritz Mahler
Fotos: Gisela Baudy, Christian Baudy, Ingeborg Witton

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Verlagslesung sehr erfolgreich: Geschichten im Fluss

eit der 11. Ausgabe der SuedLese bot der kleine Heimfelder Verlag awsLiteratur in den Räumlichkeiten der Galerie „Alles wird schön“ eine sonntägliche Auswahl aus dem aktuellen Verlagsprogramm. 20 Gäste begaben sich am Nachmittag des 15. März 2026 in die unterschiedlichen Erzählwelten von Diether Siegel, Ulrike Burbach, Wilfried Abels und Jan Christoph Nerger.

„Was haben HaPe Kerkeling und ich gemeinsam?“, eröffnete Diether Siegel seinen Auftritt. Gespannte Stille im Raum. Die Auflösung: mehr als wir erahnen konnten. Beide waren vor über 20 Jahren als Einzelgänger zu Fuß „dann mal weg“ und schrieben einen Bestseller beziehungsweise einen „Testseller“, wie Diether Siegel sein neuestes Werk „Way of Life“ mit Augenzwinkern einordnet. Allgemeines Schmunzeln und Lachen um mich herum.

In Begleitung seiner Hündin Luna folgen wir dem Autor auf seiner 56-tägigen Wanderung von Hamburg in seine Geburtsstadt Gaissau am Bodensee. Glücksmomente und Enttäuschungen mischen sich mit philosophisch-spirituellen Gedanken und der Hoffnung, dass mehr Menschen nach Entschleunigung suchen und selbst auf Lebenswanderung gehen. Wir entlassen ihn mit Applaus.

Jetzt ist die Bühne frei für Ulrike Burbach – eine begeisterte Tänzerin, Malerin und Autorin. Sie richtet ihre Scheinwerfer auf zwei ungleiche Geschwisterpaare und lässt in „Fallen“ die Puppen, oder besser, ihre Protagonistin Mara leidenschaftlich tanzen in einem stark unterkühlten Veranstaltungsschuppen. Dann wechselt die Szene nach Kenia. Wir begegnen der zweiten Hauptfigur Johanna, Maras Schwester, die seit längerem in Afrika eine Farm betreibt.

In den Auszügen aus „Der Abschied“ bleiben wir der Protagonistin Jasna dicht auf den Fersen bei ihrer verzweifelten Suche nach ihrem Bruder Franco, der sich nach langer Zeit telefonisch bei seiner Schwester gemeldet hat. Bei der Begegnung hegt Jasna starke Zweifel an seiner Identität. Nach dem Applaus drückt der Veranstalter die Pausetaste und wir erfrischen uns in der Küche mit ein paar Soft-Getränken.

Gestärkt nehmen wir wieder Platz für die zweite Runde und geraten mit Wilfried Abels in die fantastische Welt von „Cazielle – Der Wald erwacht“. Aritella kommt auf den Plan, eine aufmüpfige junge Zauberin, die sich unbelehrbar mit ihrem Vater und Ratsmitglied von Cazielle Konrad Illenor auseinandersetzt.

Der Magier kämpft mit der Eigenwilligkeit seiner Tochter. Sie hält unbeirrt dagegen und will unbedingt in den umliegenden Wald, obwohl alle um seine tödlichen Gefahren wissen. Wir quittieren den Ausflug in die Zauberwelt mit Beifall.

Zum Abschluss der Veranstaltung heißt es: warm anziehen. Denn Jan Christoph Nerger nimmt uns in „Einzug des Leviathans“ mit ins kühle Nass der Wale. Gemeinsam mit der Rostocker Meeresbiologin und Wissenschaftsjournalistin Susan Winter begeben wir uns in die Forschungsatmosphäre an Bord des U-Boots Sepia.

In den kälteren Regionen des Atlantiks gehen Haupt- und Nebenfiguren nebst Publikum auf Tauchstation. Als alle wieder auftauchen, befinden wir uns auf Helgoland und schauen dem 14-jährigen „local hero“ über die Schulter – auf die aufgewühlte Nordsee.

Mit unserem Applaus setzen wir den Schlussstrich unter die bunte Lesung und den Anfangspunkt für einen lockeren Ausklang.

Text: Christian Baudy
Fotos: Gisela Baudy

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15. März 2026 – SuedLese: Geschichten im Fluss

Was: Geschichten im Fluss – familiär, fantastisch, bodenständig, spirituell
Wann: Sonntag, 15. März 2026, 16.00 Uhr
Wo: Alles wird schön e.V., Friedrich-Naumann-Str. 26, 21075 Hamburg-Heimfeld
Veranstalter: awsLiteratur und Alles wird schön e.V. Eintritt frei – Hutspende erbeten

Geschichten im Fluss – familiär, fantastisch, bodenständig, spirituell

Zur Mitte des diesjährigen SuedLese-Festivals lädt der kleine Heimfelder Verlag awsLiteratur zur neuesten Werksschau ein. Mit ihren aktuellen Werken servieren vier Autorinnen und Autoren der Besucherschaft eine spannende Leserunde:

Ulrike Burbach präsentiert einen Zaubertopf. Die Autorin, Tänzerin und Malerin, erzählt in drei Geschichten von der Sehnsucht nach dem eigenen Weg und davon, wie man dabei trotzdem als Familie gemeinsam Orientierung in unserer undurchschaubar erscheinenden Welt findet. Sprachlich gewandt, skizziert Burbach – die Germanistik, Politik und Philosophie studierte – ungleiche Geschwisterpaare und eine Mutter mit ihrem Sohn, die nach Verlusten zu neuer Hoffnung finden.

Diether Siegel – ehemaliger Gymnasiallehrer, Dichter und Walkabout-Writer – liest aus seinem Hauptwerk ELB VERTIEFUNG und seinem druckfrischen Way of Life, in dem er die Erlebnisse und Gedanken seiner Wanderung von Hamburg in seine Heimat zum Bodensee festhält, während es in ELB VERTIEFUNG entlang der Elbe geht. Mit mythisch-schamanischer Folklore als spirituellem Hintergrund setzt sich der Naturfreund und Konsumkritiker für Entschleunigung und Naturverbundenheit ein.

Wilfried Abels, Schiffbau-Ingenieur, Computer-Nerd, Sci-Fi- und Fantasy-Fan, ist Kopf des awsLiteratur-Verlagsteams. Cazielle – Der Wald erwacht ist sein brandneu erschienener Fantasy-Roman um die junge Magierin Aritella in der Stadt Cazielle, umgeben von einem denkenden und fühlenden Wald. Zwischen den Zwängen strenger Magielehre und politischen Erwartungen ihres Vaters interessieren die junge Frau eigentlich mehr die Hexen, die die Geheimnisse des Waldes kennen. Schon bald zieht dieser sie in ihren Bann …

Der ausgebildete Erzieher und Bürokaufmann Jan Christoph Nerger ist Mitbegründer von awsLiteratur. Er führt das Publikum mit seinem Roman Einzug des Leviathans über einen 14-jährigen Helgoländer Jungen, einen Meeresbiologen im Ruhestand und eine Journalistin aus Rostock in die Welt der Wale. Dabei spielen neben deutsch-deutscher Vergangenheit auch tatsächliche Ereignisse eine Rolle, wie der weiße Wal, der 1966 den Rhein hochschwamm, oder ein Buckelwal, der 1978 vor Rügen auftauchte.

> Bericht und Bilder zur Lesung (pdf)

23. März 2025 – Gemeinschaftslesung bei awsLiteratur

Jan Christoph Nerger: Einzug des Leviathans und Gäste

Jan Christoph Nerger

Wo: Alles wird schön e.V., Friedrich-Naumann-Str.  27, 21075 Hamburg
Wann: Sonntag, 23.03.2025, 16:00 Uhr (Eintritt frei, Hutspende willkommen)
Wer: Jan Christoph Nerger, Diether Siegel und Maren Osten

Cover: Einzug des Leviathans

Mit Jan Christoph Nerger (Jahrgang 1973 in Hamburg, ausgebildeter Erzieher und Bürokaufmann, Verfasser mehrerer Romane) folgen wir dem weißen Wal, der 1966 rheinaufwärts zog, erleben den Buckelwal, der 1978 vor Rügen erschien und folgen gleich mehreren Walen in einem futuristischen Forschungs-U-Boot durch den Atlantik in die Nordsee nach Helgoland, um am Ende einen Showdown zwischen Mensch und Wal vor den Färöer-Inseln zu erleben.

Dieter Siegel

Diether Siegel (Jahrgang 1946, ehem. Gymnasiallehrer und „Walkabout-Writer“) führt uns in seinen gesammelten Werken raus in die Natur, an die Elbe („Elb Vertiefung“) und auf den Turtle Trail nach „Baarz IV“. Mit seinem aktuellsten Streich setzt er ChatGBT & Co „Inipi oder die KI des Lebens“ entgegen.

Maren Osten (Jahrgang 1977, deutsch-chilenische Wurzeln, Linguistik- und Geographiestudium, lebt in Hamburg, schreibt Kurzgeschichten, Parabeln & Lyrik) schildert in „Aufstieg und Fall der Trugbilder“ (Erschienen bei story.one) eine sprichwörtlich dunkle Welt, an die die Menschheit sich anzupassen versucht, als ein Diktator mit Trugbildern die Macht ergreift. Allein eine sechsköpfige Gruppe leistet Widerstand.

Fotoreihe zur Veranstaltung
(Fotos Christian Baudy)

14. Juni 2023 – Sci-Fi-Krimilesung bei Alles wird schön e.V.

Wo: Alles wird schön e.V., Friedrich-Naumann-Str.  27, 21075 Hamburg
Wann: Mittwoch, 14.06.2023, 20:00 Uhr (Eintritt frei, Hutspende willkommen)

Jan Christoph Nerger liest aus seinem futuristischen Kriminalroman.

Jan Christoph Nerger, geboren 1973, ausgebildeter Erzieher und Bürokaufmann, sowie Mitbegründer des zum Heimfelder Kulturverein gehörenden Verlags awsLiteratur, präsentiert seine Science-Fiction-Krimireihe „Hamburg 4.0“ (wir schreiben 2045):

„Hamburg 4.0 – Prantschaks Stadt“ (2018 erschienen), wo der mafiöse Immobilienmogul und Mäzen Fjodar Prantschak mit kriminellen Mitteln der Stadt zum beispiellosen Aufstieg einer in fast jeder Hinsicht innovativen Weltmetropole verholfen hat. Als Stararchitekt Jens Christian Nielsen (Prantschaks Schützling) erdolcht im Alsterfleet gefunden wird, beginnt Peter Yilmaz‘ erster Fall.

„Erklären Sie Bergedorf zur unabhängigen Stadt! Andernfalls werden Sie diesen Abend nicht überleben!“ Im aktuellen zweiten Fall „Hamburg 4.0 – Die Bezirksmorde“ wird der Bezirksamtsleiter von Bergedorf nach dieser anonymen E-Mail-Drohung von einem unbescholtenen Rechtsanwalt erwürgt. Weiteren Amtsleiter*innen wird gedroht, auch der Harburger Kollegin …