Schlagwort: Fortsetzungsgeschichte (Seite 2 von 3)

Obwohl sie nichts wussten VI

(Dieser Text wurde Ihnen übersetzt und zur Verfügung gestellt durch Speech Unlimited Cooperation (SUC):  DEM intergalaktischen Übersetzungsprogramm)

Kratuk wusste nicht welche seiner zahlreichen Körperöffnungen er zuerst stabilisieren sollte. Überall trat massenweise Freudesekret hervor.

Endlich, endlich hatten sie es geschafft. Die Hetzer des interstellaren Aufsichtsrates, die sich nach monatelangem Sägen an seinem Stuhl auf der Zielgerade wähnten, mussten bei diesem Ergebnis klein beigeben.

Es war ein Triumph, eine Offenbarung.

Niemals wieder würden diese Minimalhirne gegen ihn opponieren können.

Kratuk, dem unerschrockenen Intergalaktator, und seinen nicht minder skrupellosen Kameraden war es nicht nur gelungen, diese seltsame Steinformation, die von schäumenden  H2O umgeben war, zu entdecken, sondern auch noch drei passende Biohüllen, mit deren Hilfe sie dieser seltsamen Spezies, die mit irrsinniger Begeisterung ihrem eigenen Untergang entgegenstrebte, auf den Grund gehen konnten.

Nun kann nichts mehr schief gehen, sagte Kratuk zu sich selbst und drehte den, in seinen Körperschutz implantieren Schalter, der die Zufuhr von gegorener Flüssigkeit regelte, auf Maximalaufnahme.

Erst als sich nach hundert Groben (Entspricht etwa zwanzig Litern)  Kratuks Systeme im Ruhemodus befanden, bemerkte der Kommandant den von Angstsekret durchnässten Astrologiker Schmorok, der wimmernd unter seinem Kommandanten-Stuhl kauerte.

„Rabo“ brüllte Kratuk, woraufhin der Astrologiker Haltung annahm.

„RAPPORT“

„Oh großer I“ keuchte der Astrologiker. „Ich befürchte dass die Biohüllen kurz davor sind, sich unserem Einfluss zu entziehen.“

„Waaas?“ Kratuk war außer sich. „Aktion, oder ich pulverisiere dich!!“

 

Obwohl sie nichts wussten, Teil V

Katharina war bereits mit Jan im Schlepptau auf dem Weg zur Tür, als sie Hajo vor dem Fenster wild gestikulieren sah. Sie eilten nach draußen und sahen es auch: Das bläuliche Licht, das schnurgerade von oben nach unten wie durch einen Türspalt fiel und sich langsam von links nach rechts tastete. Sie hatte gehofft, ihnen würde mehr Zeit bleiben, um den Tunnel zu finden, der sie selbst vor der Ortung bewahren und ihr einen weiteren Vorsprung verschaffen könnte.

Doch der Strich in der Landschaft ließ vermuten, dass die Insel in diesem Moment gescannt wurde. Die Auswertung würde ihren Verfolgern gewiss die exakten Koordinaten ihres Standortes liefern und die Suche nach ihr beschleunigen. Wie zum Teufel sollte sie so schnell einen Ausweg finden, der sie von hier wegbrachte??!

Sie fröstelte. War es die Angst oder die Kälte der Nacht? Sie versuchte, klar zu denken, doch es gelang ihr nicht. In heller Aufregung stürzten die drei hinaus in die Finsternis, die ihnen kaum Schutz bieten würde, und wurden innerhalb kürzester Zeit von der Dunkelheit verschluckt.

 

Obwohl sie nichts wussten, Teil IV

Sie stapften los. Als Katharina und Hajo den Anleger passierten, hing das Willkommensschild schief im Wind. Knack machte es und brach in der Mitte entzwei.

„Wer will jetzt schon auf unsere Insel kommen?“, fuhr es Katharina durch den Kopf. Zum Glück hatte der Regen nachgelassen.  Sie steuerten geradewegs auf den Deichkrug zu. Katharina vermutete Jan hier. Das Licht der Kneipe – mit den besten Bratheringen ever – sandte wohlige Wärme aus. Jan trank hier gern nach seiner Arbeit im Naturschutzreservat sein „Störtebecker“. Sie wischte mit ihrem Ärmelrevers die  Tropfen von der  Scheibe. Ihre Augen suchten den Raum ab.

„Jan ist da.“ Sein strohig blondes Haar stand zu Berge. „ Hajo warte, ich hole ihn, seinen Peilsender werden wir noch brauchen können.“ Ihre Miene hellte sich für eine Sekunde auf. Hajo starrte in die kalte, sternenlose Nacht, die undurchdringlich vor ihm lag, als sie sich plötzlich wie durch Messers Schneide vor ihm in zwei Hälften teilte. Was war das? Ist das etwa schon der Zugang …?

Obwohl sie nichts wussten, Teil III

Wieviel Zeit mochte sie noch haben? Ihre Verfolger würden keine Gnade kennen. Doch konnte sie es ihnen verdenken? Es war nicht richtig, dass ein einzelner Mensch eine derartige Macht in seinen Händen hielt, wie sie jetzt. Doch was geschehen war, war geschehen. Ein Zurück gab es nicht mehr.

Sie riss sich aus ihren Gedanken, zog ihre ausgetretenen Wanderstiefel an und warf sich den alten Ostfriesennerz ihres Vaters über.  Mit ihrem gepackten Rucksack auf den Schultern verließ sie das Haus.

„Da bist du ja endlich.“

Hajo wartete draußen im Regen stehend und zog an seiner Pfeife. Katharina lächelte ihm müde zu.

„Es ist nicht leicht von seinem bisherigen Leben Abschied zu nehmen.“

Ihr alter Patenonkel nickte schweigend. Von seinem weißen Bart rannen Tropfen herunter. Doch das störte dieses Insulaner Urgestein nicht. Der Wind peitschte ihnen ins Gesicht, während sie wortlos davon marschierten.  Die Nacht war angebrochen.  Und wieder kehrten die Bilder der letzten Tage zurück. An dem einen Tag befindet man sich noch in einem ganz normalen Leben, ärgert sich über einen langweiligen Job, nervende Kollegen und immer wiederkehrende Routine. Man macht sich Gedanken über Bausparverträge, Rente und wo vielleicht der nächste Urlaub hingehen soll, und im nächsten Moment, hat all dies keine Bedeutung mehr.

 

Obwohl sie nichts wussten, Teil II

Sie schaltete das Radio ein, nicht etwa den Fernseher, dessen Bilder ihr Angst machen würden. Angst, das Unausweichliche zu sehen, falls die Fähre wieder fuhr und an Land gehende Menschen in eine Fernsehkamera blickten: Menschen, denen sie nie wieder zu begegnen hoffte.

…sind die Nordseeinseln nach wie vor vom Festland abgeschnitten„, hieß es: „Zahlreiche Anleger sind beschädigt …“

Wie so oft wüteten die Tiefs überm Wasser doch viel stärker. In Orkanböen, sagten sie: fünf Meter hohe Wellen. Am Nordstrand mochten sie nun in mannshohen Brechern heranrollen, ihre weißen Gischtrollen in den Sand schlagen, deren brockiger Schaum wie der eines tollwütigen Raubtiers bis über die Promenade wehte. Der Sturm war Katharinas Mantel, der Riegel vor der Tür. Er schützte sie und all die anderen Menschen, die sie in Gefahr bringen konnte.

„Eine Gnadenfrist“, sagte sie sich leise.

Denn das Tief zog vorüber, der Riegel lockerte sich. Sie würden kommen, gnadenlos und unerbittlich wie zuvor der Sturm.

Zeit das Haus zu verlassen, dachte sie und packte das gröbste ihrer Sachen zusammen.

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