awsLiteratur

der Verlag von Alles wird schön e.V.

Autor: Christoph Nerger (Seite 1 von 2)

awsLiteratur auf der BookOldesloe 2018

Am Wochenende des 2. und 3. November 2018 eröffnete die junge Buchmesse „BookOldesloe“ zum zweiten Mal in der gleichnamigen Stadt (Bad Oldesloe) zwischen Hamburg und Lübeck ihre Pforten. Und awsLiteratur war zum ersten Mal dabei! Eine junge Buchmesse und ein junger Verlag: beide noch etwas unbeholfen, aber ebenso dynamisch und entschlossen.

Schon am Freitagabend läutete eine spannende Lesenacht mit verschiedensten Autorinnen und Autoren die Messe ein. Dort war ich leider noch nicht dabei, Wilfried Abels und Sonja Alphonso hingegen wussten von vielen guten Lesungen zu berichten, mal gekonnt betont, mal etwas zu schnell gesprochen: fordernd für die Zuhörer, die als solche ebenso alles gaben.

Am Samstag war dann erstmals die Aufnahmefähigkeit beim Schnuppern, Stöbern und Schlendern gefragt, für die Messebesucher ebenso wie für die Aussteller, denn auch wir haben uns natürlich bei den Kolleginnen und Kollegen umgeschaut. Kleine Verlage, viele Selfpublisher und nicht zuletzt die Autorin Mia Herbst, deren Titel „Besessen“ beim Knauer Verlag erschienen ist, boten ihre Krimis, Thriller, Phantasie-, Science-Fiction- und Liebesromane auf unterschiedlichste Art und Weise an. Die Krimi-Autorin Alexandra Krebs brachte gleich ihren Kommissar mit Schlapphut und Schießeisen mit, letzteres lag demonstrativ auf dem Tisch. „Alles klar, Herr Kommissar?“ mochte man da fragen. Verdächtig giftig aussehende Fläschchen und Reagenzgläser fanden sich ebenso. Roland Blümel – gleichfalls Krimiautor – belohnte mich nach dem Kauf seines Buches mit einem Stück Schokolade.

Wilfried Abels – unser Boss – hält Standwache, während wir die Gegend unsicher machen.

Natürlich war jeder mal dran: Hier Klaus von Hollen

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir entdeckten darüber hinaus auch Erzählungen, Gedichte, Reiseliteratur, Biographien und sogar einen Finanzratgeber für Jugendliche! Als Besucher fühlten wir uns an manchen Ständen überfordert, wenn man beim Lesen des Klappentextes und Herumblättern gleichzeitig aufgeregt von der Autorin oder dem Autor informiert wurde. Wann spricht man einen Besucher an? Wie lange lässt man ihn erst mal in Ruhe schnuppern? Wie präsentiert man sich am besten? Diese Fragen haben uns natürlich auch beschäftigt.

Wilfried Abels, Sonja Alphonso und ich ließen nichts unversucht, unsere Bücher an die Frau und den Mann zu bringen …

Am Sonntag waren auch wir mit dem Lesen dran: Klaus von Hollen mit seinem tragikkomischen Roman „Zeugnis eines Außenseiters“ und meine Wenigkeit mit dem Science-Fiction-Krimi „Hamburg 4.0 – Prantschaks Stadt“.

Ich selbst kaufte auf der Messe drei Bücher, Sonja sogar glorreiche sieben! Um es kurz zu machen: wir gingen mit mehr Büchern als wir kamen. Dafür hatten wir eine schöne Zeit und nahmen viele Ideen und Eindrücke mit nach Hause.

Beim nächsten Mal wird alles noch viel besser. Garantiert.

 

„Hamburg 4.0 – Prantschaks Stadt“ – Verlängerung der Ausstellung

Die Ausstellung bei Alles wird schön e. V. mit Zeichnungen von Jan Christoph Nerger geht in die Verlängerung. Die sehenswerten Illustrationen des Autors zu seinem brandneuen Buch „Hamburg 4.0 – Prantschaks Stadt“ werden einen weiteren Monat in der Friedrich-Naumann-Str. 27 ausgestellt.

Die Illustrationen zu diesem futuristischen Krimi um einen getöteten Architekten präsentieren eine zukünftige Architektur, die auch im klassischen Sinne wieder schön sein kann. Sie ist eine Reaktion auf die bis heute vorherrschende kalte Funktionsarchitektur, die nur wenige Ausnahmen kennt. In Nergers keineswegs nur positiver Zukunftsvision wird schöne Archtiketur wieder zur Regel. Per se der Hässlichkeit verdächtigt, sind Hamburgs neue Hochhäuser hier eine optische Bereicherung. Überwiegend Wohnraum spendend, verdichten sie die Stadt und sparen Fläche. Die Hamburger des Jahres 2039 sehen das aber kaum positiv.

Und die Hamburger heute, für die all das eine Zunkunftsvision ist? Sie können sich weitere vier Wochen ihr eigenes Urteil bilden. Wer es genauer wissen will, kann nicht nur die Bilder betrachten, sondern gleich vor Ort das Buch erwerben – oder handsigniert direkt beim Autor bestellen (siehe Link mit Romantitel). Nennen Sie einfach Ihre Adresse und bitten Sie um eine Signatur, gern auch eine Widmung. Sie erhalten das Buch dann mit beiliegender Rechnung versandkostenfrei für 9,00 €.

 

„Hamburg 4.0 – Prantschaks Stadt“ – Lesung und Finissage

Gäste und Teile des Verlagsteams während der Vernissage

Jan Christoph Nerger beendet am Samstag, den 01. September 2018 die Ausstellung seiner Illustrationen aus seinem brandneuen Kriminalroman „Prantschaks Stadt“, dem Start seiner „Hamburg 4.0“-Reihe um den ermittelnden Kommissar Yilmaz, der 2039 auf Hamburgs Straßen und Gewässern Mordfälle aufklärt. Nach einer Vernissage und Lesung und einer zweiwöchigen Ausstellung folgt am Samstag, den 01. September die Finissage und Lesung. Wer auf der Vernissage fehlte, hat hier noch einmal die Gelegenheit, den Autor und sein Buch kennenzulernen und Erläuterungen zu den Bildern zu bekommen: Wie schon zur Vernissage auch hier bei Snacks, Musik und freiem Eintritt.

Jan Christoph Nerger liest ein zweites Mal aus seinem futuristischen Kriminalroman.

Die Bilder präsentieren Gebäude des fiktiven Stararchitekten Jens-Christian Nielsen, der 2039 Hamburg mit besonderen Hochhäusern architektonisch bereichert und im selben Jahr als Leiche endet. Die ganze Stadt mit ihren knapp 2,2 Millionen Einwohnern hat es durch gigantische Innovationen in Wirtschaft, Forschung und Kultur zu einer der weltweit bekanntesten Metropolen gebracht. Doch all das basiert auf Korruption und Verbrechen eines mafiösen Netzwerks rund um den „Bürgermeister“ genannten Mäzen Viktor Prantschak. Kommissar Yilmaz muss in diesem Fall tief im Mafia-Sumpf graben und zusehen, wie nicht nur sein Leben und das seiner Frau Melek komplett aus den Fugen geraten.

01. September 2018 – Beginn 20 Uhr
Harburger Kulturverein „Alles wird schön e.V.“

Friedrich-Naumann-Str. 27
21075 Hamburg

Der 28.04.2018 – Das war unser großer Tag!

Kurz vor Beginn: Sonja Alphonso , Maren Osten und Wilfried Abels aus unserem Verlagsteam

Der 28.04.2018 wird in die Geschichte unseres Verlagsprojektes eingehen. awsLiteratur hat sich und seine Autoren, seine Bücher und sein Team zur Südlese vielen interessierten Besuchern gezeigt: Die Bude war rappelvoll! Und von wenigen kleinen Pannen abgesehen, lief alles prima.Wilfried Abels warf mit einem Beamer jeden Buchautoren mit Bild, Titel und Buchcover an die Wand – inklusive eines kleinen Einleitungstextes – und bereitete so die Zuhörer optimal auf die Lesung vor: Eine tolle Idee vom Erfinder und Kapitän unseres Verlages. Was natürlich nicht hieß, dass nicht auch jede Autorin und jeder Autor persönlich angesagt wurden.

Jan Christoph Nerger (meine Wenigkeit) durfte die Lesungen mit dem Buch „Club der Sturmvögel“ eröffnen und danach Klaus von Hollen mit seinem Roman „Zeugnis eines Außenseiters“ ansagen. Die tragikkomischen Szenen seines Protagonisten Paul brachten die Zuhörer immer wieder zum Lachen. In der dann folgenden Pause gab es viele nette Gespräche bei Kuchen und Getränken – und natürlich unsere Bücher zu kaufen.

              Jan Christoph Nerger

                Klaus von Hollen

 

 

 

 

 

 

 

 

Den zweiten Teil unserer Lesungen eröffnete Hildegard Schäfer mit ihren Geschichten „Am Anfang war das Wort“ und „Kollateralschaden“ aus der Anthologie „Traum und Aufbruch“, unserem aktuellsten Buch mit Geschichten aus dem Science-Fiction und Fantasie-Bereich. Mit ihrer immer wieder besonders gelobten Lesestimme meisterte Hildegard Schäfer mehr noch als andere Autoren tapfer viele kleine Störungen von immer neuen herein kommenden Gästen: kleine Unterbrechungen, wie sie zu einem lebendigen Leseabend in überschaubaren Räumlichkeiten gehören. Danach beehrte Christoph Rommel uns mit seinem Beitrag zur Anthologie: „Großmutter und der Wolf“ vermittelte uns mit überspannten Lachmuskeln, wie es sich seinerzeit wohl tatsächlich mit Rotkäppchen, der Großmutter, dem „Förster“ und dem Wolf verhielt. Und schließlich stieg Wilfried Abels höchst persönlich mit seinem Anthologiebeitrag in den Lesering: In „Herr der Dämonen“ präsentierte auch er uns eine bis dahin nicht gekannte Wahrheit: Wie ein modernes Rechenzentrum nur funktionieren kann, wenn es tatsächlich funktioniert. IT-Spezialisten dürfte sie kaum gefallen. Kim Rylee, eine prämierte Thriller-Autorin, beschloss den Leseblock der Anthologie mit ihrem Beitrag „Apega“ und ließ die Zuhörer lange rätseln, wer wohl jene geheimnisvolle Frau mit ihren für Männer äußerst tödlichen Umarmungen ist.

Susan Dettmann (awsLiteratur) kündigte unter anderem Hildegard Schäfer an …

… die aus Überzeugung im Stehen las

 

           

Kinder, gebt fein acht: Christoph Rommel       Die IT-Wahrheit von Wilfried Abels

 

Ließ das Publikum ordentlich rätseln: Kim Rylee

Nach der folgenden Pause bereicherten Charlotte Regelski und Tilman Kaden die Lesung mit Harfe und Keyboard und begleiteteten damit auch den Beitrag von Maria da Silva Ataide-Estevao aus ihrem sehr authentischen Roman „Nina-Das lebende Chaos“. Eine obdachlose Punkerin kämpft sich hier mit ihrem unbändigen Lebenswillen trotz diverser Krankheiten und Drogenabhängigkeit Schritt für Schritt in ein bürgerlicheres Leben zurück. Ich hatte die Ehre, Marias Buch zu lektorieren und bekam so einen Einblick in eine mir bis dahin weitgehend verschlossene Welt – wie nun auch alle Zuhörer unseres großen Tages, der danach ganz langsam seinen Abschluss fand, lange noch mit vielen angeregten Gesprächen. Auf Bilder vom Publikum mussten wir leider aufgrund der neuesten Datenschutzbestimmungen verzichten. Beim nächsten Mal sind wir auch darauf vorbereitet.

Maria da Silva Atiade-Estevao und „Nina-Das lebende Chaos“

 

 

Mit Harfe, Keyboard und Marias Gitarre: Charlotte Regelski und Tilman Kaden

 

Obwohl sie nichts wussten XI, Jan Christoph Nerger

„Mir reicht es jetzt“, rief Katharina dem Rektalier zu: „Jetzt hör mal, Jan…“

„Gasi bitte …“

Katharina schüttelte sich:“Ich denke nicht daran! Für mich bist und bleibst du Jan! Mir egal, was für eine Kreatur du bist, ich akzeptiere das nicht! Ich habe die Schnauze voll, kapiert? Ich will  mich nicht länger verstecken. Ich geh an die Öffentlichkeit!“

„Aber das hätte verheerende Folgen …“

„Die Prile“, bemerkte Hajo zaghaft.

Aber Katharina blieb vollauf mit Jan beschäftigt.  „Ich habe keine Lust mehr, mich mit irgendwelchen Aliens rumzuschlagen! Ich kann nicht mehr!“

„A-aber es ist…“, stammelte Jan, bzw. der Rektalier: „Es ist doch…“

„Was?“

„…nur ein Spiel!“

Katharinas Stirn legte sich noch mehr in Falten als ohnehin schon.“Wie bitte? Willst du mich verarschen?“

„Nee.“

„Jan, wenn du mir jetzt nicht klipp und klar sagst, was hier abgeht …“

„Gasi, bitte…“

„Jan, habe ich gesagt! Klar? Jan, Jan, Jan, Jan, Jan!“

Da fiel diese seltsame Gestalt klatschend und schmatzend in sich zusammen. Dampfend bildete sich scheinbar der überdimensionale Haufen eines mutierten Wattwurms. Dann begannen sich menschliche Hände aus diesem auszugraben. Vor Katharina und Hajo erhob sich zitternd ein nasser, verdreckter Jan. Verzweifelt sah er die beiden an.

„Bist du denn komplett verrückt“, brüllte Hajo, aus seiner Erstarrung erwacht. „Du hast uns mitten ins Watt gescheucht? Eines Spieles wegen? Min Jung, ist dir klar, das wir hier nicht mehr lebend raus kommen?“

Die drei sahen herab. Sie standen knietief im dunkelbraunen Wasser.

„Das macht gar nichts“, versicherte Jan hektisch: „Wir müssen nur fest daran glauben, dass es diesen Zugang gibt.“

Doch der Zugang war verschwunden.

„Weg, weil wir nicht mehr dran glauben?“ Katharina schüttelte den Kopf. „Aus demselben Grund hast du dich zurückverwandelt, stimmt’s? Wie konntest du nur auf so eine hirnverbrannte Idee kommen?“

„Es war nicht meine.“

„Sondern?“

„Ingos.“

Katharina schluckte. Ausgerechnet Ingo? Waren denn alle Männer komplett bescheuerte Spielkinder? Nun standen sie hier und das Wasser stieg und stieg. In einer leichten Welle klatschte es ihr erstmals zwischen den Beinen an den Schritt. Sie erschrak. Gleich würden sie alle hüfthoch von der Nordsee umspült werden…

*

Das Raumschiff – eine etwa fünfzig Meter breite Kugel, um die sich ein nur durch Energiefelder verbundener leuchtender Ring drehte – glitt unaufhaltsam durchs All. Die fremden, weißen Kreaturen im Innneren waren spindeldürre, zweieinhalb Meter hohe Zweibeiner mit kürbisförmigen Köpfen, tennisballgroßen Glubschaugen – zwei winzigen Löchern anstelle einer ausgeformten Nase – und einem kleinen, lippenlosen Mund. Sie standen vor den Konsolen um einen rund zwei Meter breiten, Kugelbildschirm. Andächtig bestaunte die außerirdische Besatzung die aufgefangenen Funkwellen, vor allem Fernsehbilder und Radiomusik. Endlich hatten sie eine fremde Zivilisation gefunden! Und mehr noch: Eine Reihe weiterer Zivilisationen schien sich bereits in der Nähe des Planeten aufzuhalten. Sie besuchten ihn sogar schon. Und dabei bedienten sie sich offenkundig einer hochentwickelten Tarntechnik, denn mal fingen sie eine ganze Flotte von Raumschiffen auf, dann wieder gar nichts. Tatsächlich schienen die Bewohner dieses Planeten momentan wieder ganz unter sich zu sein. Die Aliens sahen einander an und nickten. Das versprach doch mal spannend zu werden …

 

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